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Klinik für TumorbiologieKlinik für Onkologische Rehabilitation - Reha GmbH

Ernährungsmedizin

Ernährungsmedizin

Ernährungs- und Stoffwechselfaktoren spielen im Zusammenhang mit Krebserkrankungen eine wesentliche Rolle. Sowohl der Appetit wie auch der Erhalt der Körperkräfte, zum Beispiel während einer Tumortherapie, sind zentrale Zielgrößen. Wir legen deshalb Wert auf eine kompetente und stimulierende Beratung zu Themen wie gesunder Ernährung sowie individuell angepasster Speisenauswahl und -zubereitung. Unsere Küche integriert bevorzugt regionale und BIO-Produkte und bietet verschiedene vollwertige und schmackhafte Menüs. Im Verlaufe einer Krebserkrankung können sich unterschiedliche Ernährungsstörungen entwickeln, die in Folge eine besonders sorgfältige und einfühlsame Ernährungsberatung und Betreuung erfordern.

Unsere Diätassistentinnen und Ernährungswissenschaftler helfen bei allen Fragen zu den Themen Essen und Ernährung und planen in besonderen Situationen gemeinsam mit den betreuenden Ärzten das sinnvollste Vorgehen, wenn es um die Auswahl spezieller Diätkostformen oder, falls notwendig, auch um intensivere Ernährungstherapie mit Medikamenten, ergänzenden Nährstoffen, Trink- und Sondennahrung oder intravenöse Ernährungsformen geht. Es besteht die Möglichkeit zur kompletten Ernährungsdiagnostik einschließlich Anthropometrie, Funktionsuntersuchungen, Bioimpedanz- und Laboranalyse. Neben den Versorgungsangeboten führen wir klinische Studien, insbesondere zum Ernährungsverhalten und zur Untersuchung und Behandlung der Mangelernährung, durch.

Eine vollwertige und stärkende Ernährung ist die beste Grundlage für Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit. In unserer Klinik bieten wir eine Vielzahl von Möglichkeiten, um mit Ihnen gemeinsam die für Ihre Situation günstigste Ernährung zu finden. Hilfestellung bieten Pflegekräfte auf Station, die Servicemitarbeiter im Speisesaal und bei gravierenden Problemen unsere Ernährungsberatung und Ärzte. Wann immer möglich, können Sie unseren Speisesaal zur Einnahme der Mahlzeiten nutzen.

Bei der Zusammenstellung der Speisen folgen wir den Empfehlungen einer vollwertigen Ernährung. Wir bevorzugen deshalb Vollkornprodukte, Gemüse und Obst und verwenden Fleisch und Fleischwaren eher sparsam. Wir legen Wert auf saisonale und BIO-Produkte, die wir überwiegend aus der Region beziehen. Durch diese Lebensmittelauswahl zeichnet sich unsere Kost durch einen hohen Gehalt an lebensnotwendigen Nährstoffen, an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen sowie an stärkenden und schützenden Pflanzenstoffen aus.

Unser Küchenteam serviert Ihnen zum Mittagessen täglich zwei vegetarische Gerichte sowie ein Fleisch-/Fischgericht zur Auswahl. Bei Bedarf stellen wir die erforderlichen Diätkostformen zur Verfügung, zum Beispiel Diabeteskost, fettarme Kost oder eine spezielle individuelle Ernährung im Falle einer Nahrungsmittelallergie.

Beim Frühstück und Abendessen können Sie sich an unserem Buffet bedienen. Mehrmals pro Jahr bereiten wir für Sie spezielle Abendbuffets an, die jeweils unter einem eigenen kulinarischen Thema stehen.

Essen Sie genug oder zu viel? Verbrennt Ihr Körper eher wenig oder viel Energie? Sind Ihre Zellreserven ausreichend oder nehmen sie ab? Mit diesen Fragen befassen wir uns bei der Ernährungsdiagnostik. Ein Gleichgewicht zwischen Nahrungsaufnahme und Energieverbrauch ist notwendig zum Erhalt der normalen Körperreserven. Überangebot und Mangel sind ebenso ungünstig wie ein überreizter Stoffwechsel, der zu körperlicher Auszehrung führen kann.

Die mit dem Essen aufgenommene Energiemenge kann durch ein schriftliches Ernährungsprotokoll erfasst werden, auf dem über mehrere Tage alle Mahlzeiten und Speisen detailliert eingetragen werden. Die Auswertung erfolgt mit Hilfe eines Computerprogramms. Bei größeren Gewichtsveränderungen oder bei Problemen mit der Essensaufnahme können der Energiebedarf und die Zusammensetzung des Körpers durch indirekte Kalorimetrie und Bioimpedanzanalyse (BIA) erfasst werden.

Kalorimetrie - eine Methode zur Berechnung des individuellen Energiebedarfs

Für die Kalorimetrie atmet die ruhig liegende Person unter einer durchsichtigen Haube, die leicht über den Kopf gelegt ist. Luft fließt durch die Haube, und der Untersuchte atmet entspannt weiter. Die Untersuchung dauert 20–30 Minuten und ist völlig schmerzfrei. Mit einem Sensor misst das Gerät, wie viel Sauerstoff ein- und wie viel Kohlendioxid ausgeatmet werden. Da der menschliche Körper für seinen Energiestoffwechsel Sauerstoff verbraucht und dabei Kohlendioxid produziert, kann mit dieser Messung der tatsächliche Energiebedarf des Körpers berechnet und mit der im Essprotokoll erfassten Nahrungsmenge verglichen werden.

Der für die gute Körperabwehr erforderliche Bestand an Energiereserven (Fettgewebe) sowie die Summe der vitalen Körperzellen können mittels einfacher Methoden (Hautfaltendicke, Oberarmumfang, Körperwiderstandsmessung) erfasst werden. Diese Angaben dienen zur Bewertung der aktuellen Widerstandskraft und der Toleranz für Tumortherapien, und können Maßnahmen zur Besserung der Körperreserven leiten.

Untersuchungen zur Belastung durch Entzündungsprozesse und zur Einschätzung der Vitaminspiegel tragen zum Gesamtbild bei.

Ernährungsberatung soll nicht nur Wissen, sondern auch Erfahrung und vor allem Freude am Essen, Motivation und Hoffnung bei der Bewältigung von Ernährungsproblemen vermitteln.

Beziehungen zwischen Krebs und Ernährung sind ein zentrales Thema für die Mehrzahl der Betroffenen. Basis unserer Beratung und Betreuung ist die kreative und motivierende Vermittlung von Erkenntnissen und Erfahrungen zu gesundheitsfördernden Ernährungsformen.

Wir bieten in Einzelgesprächen Informationen, Unterstützung und Behandlung bei allen Ernährungsproblemen bei und nach Krebs: Erreichen und Stabilisieren eines angemessenen Gewichts und Stärkung der Abwehrkräfte. Diäten bei Verdauungsproblemen und Appetitstörungen sowie nach Operationen im Magen-Darm-Bereich oder bei Immunschwäche, z.B. nach Transplantation der Blutstammzellen. Ernährung bei Therapiefolgen wie zum Beispiel Schleimhautschäden. Spezielle Zufuhr von Vitaminen, Antioxidantien und Spurenelementen. Wir beraten in Vorträgen, Gesprächskreisen, Kochkursen und Einzelgesprächen.

Gruppenangebote

In einem Workshop "Essen bewusst genießen" bieten wir Ihnen in einstündigen Einheiten einen Überblick über pflanzliche Lebensmittel, Fette und Öle sowie Tipps für zu Hause.

Thematisch wechselnde Gesprächskreise ermöglichen Ihnen in kleiner Runde, neue Ernährungsweisen auszuprobieren und sich darüber auszutauschen.

Zusätzlich informieren wir in wöchentlichen Vorträgen zu aktuellen Ernährungsthemen.

In unserer Test- und Probierküche erhalten Sie Anregungen zur Auswahl und Zubereitung gesunder und stärkender Lebensmittel. Bei den Kochnachmittagen werden wechselnde Themen und Ernährungsaspekte berücksichtigt, zum Beispiel vegetarisches Kochen oder eine vitalstoffschonende Zubereitung.

Sprechstunde

Für besondere Probleme bieten wir zweimal pro Woche eine Sprechstunde an: Montags  13:30 bis 14:00 Uhr und donnerstags 13:00 bis 14:00 Uhr.

Die Behandlung von Ernährungsstörungen kann neben einer Beratung sowohl Medikamente und Trinknahrungen, als auch Sonden- und intravenöse Ernährung umfassen. Ernährungsstörungen bei Krebserkrankungen haben meistens mehrere Ursachen, die zusammenwirken und eine Behandlung komplizieren. Um Therapiemöglichkeiten zu erkennen, bieten wir Informations- und Beratungsgespräche sowie spezielle, jeweils schmerzlose Untersuchungsverfahren an. Oft muss neben einer Ernährungsbehandlung auch eine Schmerztherapie stattfinden sowie der Kontakt zur Psychoonkologie gesucht werden. Unser Ziel ist, dem Patienten wieder zu mehr Appetit und Genus am Essen zu verhelfen.

Trinknahrungen

Bei Kau- oder Schluckstörungen sowie bei Gewichtsverlust beraten wir zur Auswahl und zum Umgang mit Trinknahrungen, die als Zusatz zum normalen Essen oder auch als vollständige und alleinige Ernährungsform möglich sind. Speziell für diesen Zweck hergestellte Nahrung ist in vielen Geschmacksrichtungen und in unterschiedlicher Konsistenz verfügbar (Fruchtgetränk, Saft, Suppe, Shake, Joghurt, Pudding).

Medikamente

Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen, wunder Mund, Schluckschmerzen, Völlegefühl, Bauchkrämpfe sowie Durchfall oder Verstopfung können in bestimmten Situationen einer Krebserkrankung das Essen behindern oder unmöglich machen. Für diese Fälle stehen Medikamente und Hilfen zur Verfügung, die es ermöglichen, einen Weg zurück zur normalen Nahrungsaufnahme zu finden.

Enterale Sondenernährung

Ist das Schlucken so stark behindert, dass eine ausreichende Ernährung nicht möglich ist, können Nährstoffe über eine Nasensonde zugeführt werden. Alternativ kann über eine direkt durch die Bauchwand in den Magen (PEG-Sonde) oder Dünndarm (PEJ- oder FKJ-Sonde) eingeführte Sonde ernährt werden. Wir veranlassen die Sondenanlage, schulen im Umgang mit der Sonde, wählen die geeigneten Nährlösungen und betreuen Sie bei auftretenden Problemen.

Künstliche intravenöse Ernährung

Sind die Darmfunktionen vorübergehend oder dauerhaft so gestört, dass Essen oder eine Sondenernährung nicht oder nur unzureichend gelingen, so besteht die Möglichkeit zur Ernährung über einen Venenzugang. Ist kein dauerhafter Venenkatheter vorhanden, so implantieren wir – in der Regel in örtlicher Betäubung – einen Venenkatheter mitsamt einer kleinen Infusionskammer (Portsystem) unter die Haut.

Wir wählen die individuell erforderlichen Nährstoffe zur Infusion aus und schulen im Umgang mit dem Katheter und dem Ernährungsablauf. Ist eine intravenöse Ernährung voraussichtlich über mehrere Wochen erforderlich, so planen und organisieren wir die ambulante Fortführung der Ernährung zu Hause gemeinsam mit den ambulant betreuenden Ärzten und Pflegediensten.

Aufnahme Rehaklinik

Frau Stratmann
Herr Michelatsch

Tel.: +49 761 206-2281 /-2282
Fax: +49 761 206-2296
aufnahme@ukf-reha.de

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